ESC 2017 in Wien – persönliche Eindrücke einer ShenDo Shiatsu Praktikerin
17. Oktober 2017
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Der Geist von Wien

Eine Nachlese zum Europäischen Shiatsu Kongress vom 28.09.-01.10.17 von Ramita Keienburg, ShenDo Shiatsu West

Während ich diese Zeilen schreibe, liegt der Kongress bereits 14 Tage zurück. Es waren intensive, bewegte 5 Tage, die immer noch nachwirken und deren Energiewelle mich weiterhin trägt. Was für mich am schönsten war: Der Austausch mit den anderen Refe­renten beim gemeinsamen Mittag­essen, die internationale Atmosphäre, die Offenheit un­ter­einander und die spitzenmäßige Orga­nisation durch Mike Mandl und sein Team von der Hara Shiatsu Schule.

Der Innenhof der Hara-Shiatsu-Schule mit dem Eingang zum Büro rechts. Auf den Stufen sitzt Philipp Walz, einer der Hauptorganisatoren.

Etwa 500 Teilnehmer aus 25 Ländern und mindestens 50 Helfer trafen sich jeden Tag in den Workshops, von denen immer bis zu 7 gleichzeitig in verschie­denen Räumen liefen, teilweise mit bis zu 100 Teilnehmern. Das Themen­angebot reichte von „Shiatsu bei offenen Herzoperationen“ (mit Diego Sanchez aus Uruguay) über „Sprache lenkt das Qi“ (mit Peter Itin aus der Schweiz) bis zu „Tiefenkontakt mit Shiatsu“ (mit Wilfried Rappenecker aus Deutschland).

Mit Nalinis und meinem Thema „Liebe ist die beste Therapie“ fühlten wir uns am Anfang als Exoten und waren verwundert und erfreut, dass sich tatsächlich ins­gesamt 60 Leute für unsere beiden Workshops angemeldet hatten. Nach­dem wir andere LehrerInnen, vor allem aus England und Kanada kennen gelernt hatten, stellte sich heraus, dass es eine starke Richtung im Shiatsu gibt, die man vielleicht als „Non-doing“ bezeichnen könnte, also als mehr Geschehen lassen und nicht thera­peutisch bzw. invasiv zu arbeiten.

 

Nalini und ich während der Demonstration unserer praktischen Arbeit.

Es gibt sehr unterschiedliche Rich­tungen im Shiatsu, und die wurden in den verschiede­nen Workshops auch deutlich. Und jede Richtung hat ihre Berechtigung und zieht die Menschen an, die sich damit identifizieren können. Es war eine schöne Erfahrung für mich, dass es keine Rechthaberei gab, sondern „Viele Wege führen nach Rom“. Ein kleiner Nachteil für mich als Referentin (und nicht nur für mich) war, dass viele interessante Workshops gleich­zeitig mit den eigenen liefen und für eine eigene Teilnahme wenig Zeit war. So hätte mich z.B. Alice Whieldon, „Shiatsu: Medizin für die Seele“ oder Gabrielle Poli, „Faszienarbeit und Shiatsu“ interessiert.

Aber immerhin habe ich es in einen Workshop mit Bill Palmer geschafft: „Movement Shiatsu“ mit ca. 100 Teilnehmern. Dieser Workshop hat mir die Gemeinsamkeit von Bill und uns in der Shiatsu-Richtung gezeigt:  Das  Vertrauen darin, dass das Ki/Qi sich seinen Weg sucht, um den Körper ins Gleichgewicht bringen. Wir müssen es nicht kontrol­lie­ren, sondern es  nur  aufwecken.  Und  damit  sind  wir  in Gemein­schaft mit einigen anderen Shiatsu-LehrerInnen, die ebenfalls so arbeiten.

Bill Palmer während seines Workshops „Movement Shiatsu“

Der zweite „ShenDo-Workshop“, „Shiatsu jenseits von Therapie“ mit Gayaka war ebenfalls gut besucht mit insgesamt ca. 60 Teilnehmern bei zwei Veranstaltungen. Der Schlussapplaus war kräftig und die Gesichter der Teilnehmer strahlten, als sie den Raum verließen.

Gayaka bei seinem Workshop

Die Hara Shiatsu-Schule zu erleben mit ihren vielen Räumen und Menschen, die täglich ein und aus­gehen, war eine besondere Er­fahrung. Eine solch große Shiatsu-Schule habe ich bisher noch nicht gesehen. Im Ver­hältnis zur Gesamtbevölkerung hat Shiatsu  in Öster­reich einen viel größeren Stellenwert als in Deutsch­land. Und die großen Werbe­banner für den Kongress auf einem Platz in der Nähe zu sehen, zusammen mit einem großen Zelt, in dem man Shiatsu kennen lernen konnte… Ich bin von einem Staunen ins andere gekommen.

Am Westbahnhof

Der Höhepunkt des Wochenendes war der Festabend am Samstag im Arcotel Wimberger mit Vorträgen, Podiumsdiskussion, Büffet und Tanz. Hier ist das Schlussfoto mit vielen der ReferentInnen auf der Bühne.

Das Abschluss-Foto auf der Bühne: Ganz rechts Mike Mandl, 2. von rechts  Gayaka, 2. von links Bill Palmer, die drei „kleinen“ Frauen vorn in der Mitte von links: Barbara Ettler, Alice Whieldon, Ramita.

Shiatsu hat durch diesen Kongress eine große Außendarstellung bekom­men und viel Energie auch im Inneren, die uns nach vorn bringen kann. Der nächste Kongress wird Ende Septem­ber 2020 stattfinden, möglichst wieder in einer europäischen Großstadt. Da die Organisation in Wien so perfekt war, wird es nicht einfach sein, Nach­folger zu finden…

Der „Geist von Wien“ geht weiter: Vor ein paar Tagen hat Cliff Andrews mit seinen Kollegen aus England ein Webinar durchgeführt, bei dem Referenten des Kongresses ihre Erfahrungen und ihre Workshops vorstellen konnten. Es waren 6 Referenten dabei und über 200 Zuschauer: Cliff Andrews, Alice Whieldon, Nick Pole (alle aus England), Gabriella Poli (Italien), Zita Sieber (Schweiz) und Nalini Keienburg (Deutschland) Die Aufnahme ist hier anzuschauen: http://bit.ly/2ygpPEJ

Später wird das Webinar auf Youtube zu sehen sein. Ich finde es großartig, wie wir mit Shiatsu die Medien nutzen und damit ein größeres Publikum erreichen können.