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Shiatsu & TCM

Eine Woche Shiatsu Sommerakademie in Ameno und was ich erfahren durfte

Ein neues „Projekt“ der Hara Shiatsu Schule in Wien und ShenDo Shiatsu in Deutschland fand seine Umsetzung in der traumhaft gelegenen Villa MiraMonte am Ortasee.

Wir lebten das Feuer zu hochsommerlichen Temperaturen, das Wasser in einem abkühlenden Bad im Ortasee, die Erde über köstliche vegetarische Speisen von Prabhati persönlich kreiert, das Holz mit dynamischen Meditationen und Wanderungen durch Hügel und Täler zu wildromantischen Wasserfällen, während sich das Metall mit seiner Klarheit und Struktur im Unterricht von Mike Mandl öffnen durfte.

Ja, ich war im wahrsten Sinne des Wortes be- geistert, und fasziniert von der TCM mit ihrer unendlichen Weisheit über die komplexen Zusammenhänge von Gesundheit und krankmachenden Mechanismen. Und der Einbeziehung aller Faktoren, die ein fühlendes Wesen ausmachen und auf körperlicher und seelischer Ebene aus der Balance geraten lassen können. Uns Schülern nahe gebracht von Mike Mandl, der leidenschaftlich genug war, um uns zu inspirieren, der sein Feingefühl immer dann aufblitzen ließ, wenn er bemerkte, dass es nun genug an neuem Stoff für uns war und der das Talent besaß, uns eine Einführung in das unglaublich komplexe Wissen der TCM zu geben, ohne uns zu überfordern. Dabei ging es täglich darum, unsere Shiatsu Sessions mit praktisch angewandter TCM zu bereichern oder einen bestimmten Focus auf spezielle Dysbalancen zu werfen.

Und diese Art zu arbeiten widerspricht meines Erachtens nicht der Vorgehensweise im ShenDo Shiatsu. Denn obwohl wir in Deutschland als Praktiker keine Diagnostik betreiben dürfen, begegnen unseren aufmerksamen und erfahrenen Händen, unserem wachen Geist und  friedvollen Herz auf unserer Wanderung durch die Welt der Meridiane viele Stellen und Körperregionen, wo wir verweilen wollen, eine Öffnung vornehmen, abwarten, reinhören, schaukeln, eine satte Anlehnung aufbauen. Ein Unterschied ist mir trotzdem aufgefallen: Während wir im ShenDo Shiatsu Übergänge fließend gestalten, den Meridian in der Bewegung mitnehmen, ihn einladen, sich zu zeigen, legt die Shiatsu Arbeit der Wiener einen exakten Focus auf spezifische Meridianpunktearbeit und deren wirkungsvoller Kombination.

Wer möchte jetzt noch behaupten, dass eine Zusammenlegung dieser beiden Stile, in den praktischen Ausdruck gebracht durch zwei so grandiose Menschen und Lehrer wie Mike und Gayaka, nicht eine unglaublich schöne und sinnvolle Shiatsu Arbeit ergibt?

Ich sicherlich nicht. Für mich eins der größten Geschenke meiner bisherigen praktischen Arbeit mit Shiatsu. Und was das Beeindruckenste dabei war zu beobachten? Die Begegnung dieser zwei Menschen: Gayaka und Mike. Beide sind wohl auf ihrer Reise in ihrem bisherigen Leben  so weit gekommen,  dass sie das eigene Ego bereits soweit besänftigt haben, um  den anderen nicht nur über oberflächliche Worte zu belobigen. Nein, beiden war anzuspüren, dass sie sich ehrlich und ernsthaft mit dem Shiatsu Stil des anderen beschäftigen, um ihren persönlichen Beitrag zur Horizonterweiterung der wunderbar bunten Shiatsuwelt  zu leisten. Hier möchte ich zum Schluss Mike Mandl zitieren:“Gebt dem Shiatsu Wurzeln, Flügel hat es bereits schon viele.“

Bitte macht weiter!

Susanne (eine ShenDo Shiatsu Praktikerin)